Fremdsprachenkenntnisse gelten
in unserer heutigen Gesellschaft als Schlüsselqualifikation. Etwa die Hälfte
aller EU-Bürger, ca. 450 Millionen Menschen, können sich zumindest in einer
weiteren Fremdsprache unterhalten. Meist handelt es sich dabei um Englisch. Um
die Wichtigkeit von Fremdsprachen zu unterstreichen, wurde 2001 vom Europarat
der „Europäische Tag der Sprachen“ eingeführt, der seitdem jedes Jahr am 26.
September in vielen Nationen mit Veranstaltungen begangen wird. 2007 gab die EU
bekannt, eine neue Variante des Pisa-Tests einzuführen, welche die Fremdsprachenkenntnisse
von Jugendlichen beleuchten soll. Jährlich sollen pro Mitgliedsstaat bis zu
5000 14- bis 16-Jährige Schüler erfasst werden, wobei die Kenntnisse in der
ersten und zweiten Fremdsprache getestet werden.
Wünschen sich Eltern für
ihr Kind eine zweisprachige Erziehung, obwohl sie selbst nicht bilingual
aufgewachsen sind, so gibt es verschiedene Mittel und Wege, dieses Vorhaben
umzusetzen. So existieren in jeder größeren Stadt schon Sprachkurse für die
Allerkleinsten, in denen eine weitere Sprache spielerisch vermittelt wird. Auch
bilinguale Kindergärten, Kitas und Schulen sind eine weitere Möglichkeit zur Förderung
der frühen Mehrsprachigkeit.
Eine interessante Alternative zu den bisherigen Wegen gehen
manche Eltern weltweit schon seit langem. Sie erziehen ihre Kinder meist seit
der Geburt in einer Fremdsprache. Diese spezielle Art der Erziehung wird in der
Bilingualismus-Forschung „Intentionale Zweisprachigkeit“ genannt.